Demografische Ausgangslage

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der gleichzeitig zurückgehenden Geburtenrate nimmt der Anteil der Hochaltrigen und damit der Anteil der potentiellen teil- und vollpflegebedürftigen Personen an der Bevölkerung überproportional zu.

Bereits heute leben in Deutschland mehr 65-jährige oder ältere Menschen als 15-jährige und jüngere. Während derzeit ca. 16% der Bevölkerung ein Alter über 65 Jahre haben, werden dies im Jahre 2010 bereits mehr als 22%, im Jahr 2030 sogar 28% der Bevölkerung sein. Der sogenannte "dritte Lebensabschnitt" ist heute, mit steigender Tendenz, etwa doppelt so groß als früher. Damit steigt auch der Bedarf an altersspezifischem Wohnraum und anderen Dienstleistungen.

Dramatischer Zuwachs der Hochbetagten

Weitaus drastischer wird jedoch der Anstieg des Anteils der Hochbetagten, also der über 80-jährigen,ausfallen. Bedingt durch starke „demografische Sprünge“ in der Altersstruktur infolge der Weltkriege, jedoch auch durch kontinuierliche Steigerung der Lebenserwartung und bessere gesundheitliche Versorgung steigt der Anteil der über 80- und 90-jährigen allein binnen der nächsten Dekade jährlich in zweistelliger Größenordnung an !

Da die Betroffenheit von Pflegebedürftigkeit erst in der Altersgruppe ab 80 Jahren deutlich zunimmt, werden die Auswirkungen auf den Bedarf nach neuen und zeitgemäßen Einrichtungen dementsprechend sein.

Veränderte Ansprüche der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen

Aber nicht nur die Bevölkerungsentwicklung lässt den Bedarf an Pflegeplätzen steigen. Der Senior der Zukunft und auch seine Angehörigen werden einen Pflegeplatz in einem Altenpflegeheim an einem höheren Anspruch messen als in der Vergangenheit. Bereits heute gibt es große bauliche Defizite. Heime, die vor 20 Jahren noch hochmodern waren, entsprechen heute nicht mehr den Standards. Besonders die Zimmerstrukturen haben sich deutlich zu Gunsten der Zimmer in Einzelapartments verschoben.
Dieser sich schon länger abzeichnende Trend wird seit 2002 zusätzlich durch das neue Heimgesetz beschleunigt.

Veränderungen in der „Pflegelandschaft“

In den vergangenen Jahrzehnten wurden Altenpflegeheime meist mit massiven staatlichen Subventionen gebaut. Funktionale und wirtschaftliche Überlegungen mussten oft hinter aufwendigen architektonischen Fassaden „hintenanstehen“

Das Ende der öffentlichen Förderungen ist angesichts knapper staatlichen Kassen in Sicht. Neue Pflegeheime werden in Zukunft an ihrer Wirtschaftlichkeit und Funktionalität gemessen werden. Finanzierbarkeit und wirtschaftliche Effizienz werden künftig für einen erfolgreichen Pflegebetrieb entscheidend sein.